Schule für dich und von dir - das Bildungsprojekt @YOUcation

„Was ist die Leibspeise der Buschleute, den Ureinwohnern Namibias?“, „Wie viele Menschen leben in der indischen Stadt Chennai?“, „Welchen Alltag haben Straßenkinder in der ukrainischen Hafenstadt Odessa?“, „Warum sprechen so viele alte Esten deutsch?“ und „Warum isst nicht jeder Deutsche Weißwurst?“

Wer würde nicht gern Freunde, Familie und Partner mit Antworten auf diese Fragen beeindrucken wollen? Die Schüler einer neunten Klasse der Chemnitzer Annenschule haben dank der AKTION MENSCH und dem YOUgend e.V. Chemnitz nun die Chance, Antworten auf genau diese Fragen zu erhalten und viel mehr noch, sogar eine ganze Woche lang im November 2006 über den alltäglichen schulischen Tellerrand hinausblicken zu können.

Unter der Fragestellung „In was für einer Gesellschaft wollen wir leben?“ rief die AKTION MENSCH im Rahmen der so genannten Gesellschafter-Initiative in diesem Jahr zu einem breit gefächerten Dialog zu den aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen in der Bundesrepublik Deutschland auf. Neben Diskussionsforen im Internet (diegesellschafter.de) wurden gemeinnützige Vereine motiviert, ein Konzept zum Thema „Gesellschaft der Zukunft“ zu entwickeln.

Für den YOUgend e.V. bot sich durch diese Aufforderung eine ausgezeichnete Möglichkeit, selbst ein Projekt im Sinne der Ziele des Vereins, nämlich der Förderung von Bildung und Erziehung von Jugendlichen, zu beantragen. Dabei entstand die Idee, Bildungsveranstaltungen für Haupt- und Mittelschulen, Gymnasien sowie berufsbildende Einrichtungen in Chemnitz anzubieten, die Schülerinnen und Schülern zum Lernen abseits des Schulalltages animieren soll.

Die AKTION MENSCH fördert das Konzept @YOUcation, welches sich einerseits auf Themen der Globalisierung und interkulturellen Schwierigkeiten konzentrieren, andererseits auch kulturspezifisches Wissen vermitteln wird.

Herr Ebert von der Annenschule fand die Idee so gut, dass er die Studenten Christian Vogel, Martin Büttner und Sebastian Dürrschmidt vom YOUgend e.V. einlud, um im Rahmen ihrer Projektwoche „Die Welt und Ich“ seinen Schülern etwas über und die eigene Rolle einer zunehmend zusammenwachsenden Welt beizubringen. Und so findet die erste Veranstaltungsreihe vom 20.11. bis zum 24. 11.2006 in den Räumen der Annenschule und des Vereins (CUBE CLUB) auf der Straße der Nationen statt.

Die drei Studenten dazu: „…Im Seminar geht es uns weniger um stures Pauken, sondern eher um das Erleben und Verstehen von interkulturellen Situationen und Vorgängen der Globalisierung. Die Schüler sollen auch begreifen, wie wichtig Toleranz und Aufgeschlossenheit in einer Gesellschaft sind...“

Durch eine multimediale und interaktive Reise durch das Baltikum, die Ukraine, Indien und Namibia werden sich die Schüler in Rollenspielen in die Lage von Menschen anderer Kulturen begeben, ihre Erfahrungen schildern und so vor allem die Auswirkungen globaler wirtschaftlicher, politischer, sozialer und kultureller Zusammenhänge erkennen. Nur so ist es jungen Menschen möglich, die eigene sowie die gesellschaftliche Zukunft im positiven Sinne (mit-) gestalten.

„…Spannend wird auch, wenn wir mit den Annenschülern über typisch Deutsches und typisch Fremdes reden, um so zu zeigen, wie und warum eigentlich Probleme zwischen verschiedenen Kulturen entstehen. Oder wenn wir am letzten Tag unsere landestypischen Gerichte aus dem Baltikum, Indien und Namibia zusammen mit den Schülern kochen…“ meinen die drei vom YOUgend e.V.

Zum Ende des Projektes werden die Schüler eine Präsentation organisieren, bei der sie in der Schule darstellen, was sie in der Woche gelernt haben und wie ihnen die neuen Erfahrungen persönlich von Nutzen sein können. Ebenfalls Bestandteil der Bildungsveranstaltung ist die Konzeption einer Fotoausstellung zusammen mit den Schülern. Diese großformatige Ausstellung zu zentralen Themen der Veranstaltung „Die Welt und Ich“ wird im Dezember in der Annenschule zu sehen sein. Eine Verlängerung der Ausstellung an anderen Orten ist bereits in Planung.

Und danach? „…Zur Zeit planen wir einen interaktiven Vortrag für das Wirtschaftsgymnasium auf dem Kaßberg. Thema ist dabei die Problematik der Entwicklungspolitik mit Blick auf Indien und Namibia. Wir hoffen natürlich, dass wir weitere Angebote für Projekte solcher Art von Chemnitzer Schulen kommen werden. Na und irgendwann werden wir in einer gemütlichen Auktionsrunde wohl die Bilder der Fotoausstellung für einen gemeinnützigen Zweck des YOUgend e.V. versteigern lassen…“